Kommentar zum Bankengeheimnis [21.10.2005] [MEHR »]
Kommentar zum 630 DM-Gesetz [01.06.1999] [MEHR »]
Kommentar zur Schwarzarbeit [14.04.1998] [MEHR »]
Kommentar zur Gesetzgebung [23.11.1997] [MEHR »]
Abgeltungssteuer ab 2009 [MEHR »]
Alle wichtigen vorgesehenen Steueränderungen ab 2007 [MEHR »]
Steueränderungen für 2006 [MEHR »]
Rentenbesteuerung ab 01.01.2005 [MEHR »]
Steueränderungen für 2004 [MEHR »]
Steueränderungen für 2003 [MEHR »]
Steueränderungen für 2003 [MEHR »]
Steueränderungen für 2002 [MEHR »]
Steueränderungen für 2000 [MEHR »]
Steuerreform 2001 bis 2005 [MEHR »]
Mit Halbwahrheiten das Volk verdummen
Ganz offensichtlich will die Rot-Grüne Koalition das Bankengeheimnis
aufgeben. Naturgemäß lamentieren die Interessenvertreter
der Banken laut und prophezeien eine Kapitalflucht ins Ausland.
Da die Banken auch an der Kapitalflucht Geld verdienen, werden
sie schon entsprechend die Werbetrommel rühren.
Aber was ist schon schlimm daran, wenn das Bankengeheimnis für
das Finanzamt aufgehoben wird?
Klar, das Finanzamt kann dann die Angaben in der Steuererklrung
zu Zinsen und Dividenen abgleichen. Das tut es ja auch bei Vorlage
der Lohnsteuerkarte.
Der Arbeitnehmer ist gläsern, ein Unternehmer kann zwar vieles
"schwarz machen", läuft aber immer in Gefahr, dass dies durch
eine Kontrollmitteilung auffällt.
Und ausgerechnet bei den Zinseinnahmen soll das Finanzamt keine
Kontrollmöglichkeit haben und so wieder einmal die Frage
der Verfassungsmäßigkeit der Besteuerung provozieren?
Wer hat eigentlich Interesse daran, dass die
Banken Ihre Erkenntnisse zu Zinszahlungen für sich behalten
sollen?
Den normalen Arbeitnehmer oder Beamten mit seinen paar Mark Zinsen
trifft der Abgleich selbst dann nicht hart, wenn er bei der Angabe
der Zinsen geschummelt haben sollte. Rentner mit ihren hohen Freibeträgen
müssen schon über ein Millionenvermögen verfügen,
ehe das Finanzamt abkassieren kann.
Bleiben also nur noch ganz wenige übrig, die sich so gern
die "Leistungsträger" nennen lassen und daher glauben, wegen
dieses Anspruchs keine Steuern zahlen zu müssen. Das sind
dieselben, die laut rufen: Wir brauchen mehr Arbeitsplätze,
die bezahlbar sind; seht nach Amerika oder Holland, da ist alles
besser.
Gut, schauen wir nach Holland und Amerika:
In beiden Ländern gibt es keine solche Vorschrift wie "Bankengeheimnis";
die Banken sind verpflichtet, die Zinszahlungen an das Finanzamt
zu melden; per Datenträgeraustausch, damit der Abgleich schneller
geht, kein Papier!
Das gilt auch für Frankreich, Dänemark, Spanien und
Kanada. Wenn die gelenkten Unkenrufe mit der Kapitalflucht stimmen
würden, dürfte in den USA oder in Holland kein inländisches
Kapital mehr vorhanden und der Staat Pleite sein. Davon haben
Sie sicher noch nichts gehört, oder?
Ich bleibe gleich beim gelobten Land Holland mit den erstrebenswerten
Arbeitsplätzen, die so billig sein sollen. Bei billig denkt der
aufgehetzte Arbeitgeber gleich an gesparte Lohnnebenkosten, insbesondere
Sozialversicherung. Aber seltsam: Jeder Arbeitslohn ist in Holland
sozialversicherungspflichtig; auch die Aushilfe oder der Großverdiener.
Aber davon ist in der Öffentlichkeit nie die Rede. Auch nicht,
dass ein großer Teil der geringverdienenden Amerikaner,
die das vielgepriesene "Jobwunder" hervorgebracht haben,
drei oder vier Jobs gleichzeitig haben, damit sie über die
Runden kommen. Das gilt übrigens auch für viele Kleinjobs
in Holland.
Sie merken, lieber Leser, dass von interessierten Kreisen, denen
wenig am Gemeinwohl, dafür aber um so mehr am Eigenwohl liegt,
gezielte Halbinformationen in die Presse geworfen werden, die
dann leider unreflektiert - weil schlagzeilenträchtig - solange
weitergegeben werden, bis jeder glaubt, nur die halbe Wahrheit
sei die ganze. Das beste Bespiel in 1999 ist die Pressekampagne
der Zeitungsverlage zum 630- DM-Gesetz gewesen. Die CDU hat sich
an die Halbwahrheiten mit Begeisterung und Erfolg darangehängt;
die SPD war nicht in der Lage oder hatte vielleicht auch nicht
die Gelegenheit, mit der anderen Hälfte der Wahrheit dagegenzuhalten.
Was nun wirklich richtig am 630-DM-Gesetz ist können
hier nachlesen und feststellen, dass es beim
Lamento von CDU und Presse zu keiner Sekunde um das Wohl des Arbeitnehmers ging.
Alles klar? Ja, denn jetzt haben Sie dahintergeschaut!
Senden Sie uns Ihre Meinung dazu.
Weitere Kommentare: